
Schimmel in der Wohnung: Ursachen, Risiken und wann ein Gutachter sinnvoll ist
Schimmel in der Wohnung ist für viele Eigentümer, Mieter und Hausverwaltungen ein ernstes Thema. Sichtbare Flecken, muffiger Geruch oder wiederkehrende Feuchtigkeit können Hinweise auf ein Problem sein, dessen Ursache nicht immer sofort erkennbar ist.
Schimmel entsteht in der Regel dort, wo über längere Zeit ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur, wie der sichtbare Befall entfernt werden kann, sondern warum überhaupt Feuchtigkeit entstanden ist.
Als Bausachverständige unterstützen wir Eigentümer, Immobilienkäufer und Hausverwaltungen in München und Umgebung bei der bautechnischen Einordnung von Feuchte- und Schimmelproblemen.
Woran erkennt man Schimmel?
Schimmel kann sehr unterschiedlich aussehen.
Typische Auffälligkeiten sind beispielsweise:
- schwarze oder dunkle Flecken
- grünliche oder graue Verfärbungen
- muffiger oder modriger Geruch
- Verfärbungen an Wand- und Deckenflächen
- feuchte Stellen
- ablösende Tapeten
- beschädigter Putz
- wiederkehrende Flecken nach einer Reinigung
Nicht jede dunkle Verfärbung ist automatisch Schimmel. Eine genaue Beurteilung des Schadensbilds ist deshalb wichtig.
Warum entsteht Schimmel?
Für Schimmelbildung ist in der Regel Feuchtigkeit erforderlich.
Diese kann unterschiedliche Ursachen haben.
Dazu gehören unter anderem:
- hohe Luftfeuchtigkeit
- Kondensation an kalten Oberflächen
- Wärmebrücken
- unzureichendes Lüften
- undichte Bauteile
- Wasserschäden
- undichte Rohrleitungen
- feuchte Keller- oder Außenwände
- mangelhafte Abdichtungen
Häufig wirken mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen.
Schimmel durch falsches Lüften?
Die Aussage, Schimmel entstehe ausschließlich durch falsches Lüften, ist zu pauschal.
Das Nutzerverhalten kann eine Rolle spielen, insbesondere wenn dauerhaft viel Feuchtigkeit in Innenräumen entsteht.
Es können jedoch ebenso bauliche Ursachen vorliegen.
Deshalb sollte nicht vorschnell angenommen werden, dass ausschließlich die Nutzung des Raums verantwortlich ist.
Eine fachliche Begutachtung sollte die baulichen Gegebenheiten und die vorhandenen Feuchteerscheinungen gemeinsam betrachten.
Was sind Wärmebrücken?
Wärmebrücken sind Bereiche eines Gebäudes, an denen die Oberflächentemperatur niedriger sein kann als an angrenzenden Bauteilen.
Solche Bereiche können beispielsweise entstehen:
- an Außenecken
- an Fensteranschlüssen
- an Deckenanschlüssen
- an Balkonanschlüssen
- bei konstruktiven Besonderheiten
Wenn warme und feuchte Raumluft auf ausreichend kalte Oberflächen trifft, kann sich dort Feuchtigkeit niederschlagen.
Dadurch können Bedingungen entstehen, die Schimmelwachstum begünstigen.
Schimmel nach einem Wasserschaden
Auch ein Wasserschaden kann zu Schimmel führen.
Mögliche Ursachen sind beispielsweise:
- Rohrbruch
- undichte Wasserleitungen
- beschädigte Dachflächen
- eindringendes Regenwasser
- defekte Anschlüsse
- Überschwemmungen
Nach einem Wasserschaden sollte geprüft werden, welche Bauteile tatsächlich durchfeuchtet sind.
Auch wenn eine Oberfläche bereits trocken aussieht, können tiefer liegende Bereiche noch feucht sein.
Warum einfaches Überstreichen keine Lösung ist
Schimmel kann optisch verdeckt werden.
Damit ist die Ursache jedoch nicht beseitigt.
Wenn weiterhin Feuchtigkeit vorhanden ist, kann der Befall erneut auftreten.
Deshalb sollte zunächst geklärt werden, warum die betroffene Oberfläche feucht geworden ist.
Erst danach lässt sich sinnvoll beurteilen, welche Sanierungsmaßnahmen erforderlich sind.
Was prüft ein Baugutachter bei Schimmel?
Bei einer Vor-Ort-Begutachtung wird zunächst das sichtbare Schadensbild betrachtet.
Je nach Auftrag können unter anderem folgende Punkte relevant sein:
- Lage und Ausmaß der betroffenen Flächen
- Feuchtigkeit an Bauteilen
- Raumtemperatur und Raumklima
- angrenzende Außenbauteile
- Fenster und Anschlüsse
- mögliche Wärmebrücken
- Hinweise auf Wassereintritt
- Zustand von Putz und Oberflächen
Gegebenenfalls können Messungen oder weitergehende Untersuchungen sinnvoll sein.
Wann sind weitere Untersuchungen erforderlich?
Nicht jeder Fall lässt sich ausschließlich durch eine Sichtprüfung abschließend beurteilen.
Wenn die Ursache unklar ist oder der Verdacht auf einen größeren verdeckten Schaden besteht, können zusätzliche Untersuchungen notwendig sein.
Dazu können je nach Situation beispielsweise gehören:
- Feuchtemessungen
- weitergehende Bauteiluntersuchungen
- Laboruntersuchungen
- Öffnung von Bauteilen
- technische Prüfungen durch spezialisierte Fachkollegen
Welche Untersuchung sinnvoll ist, hängt vom konkreten Schadensbild ab.
Schimmel beim Immobilienkauf
Schimmel oder Feuchtigkeit sollten beim Kauf einer Immobilie ernst genommen werden.
Dabei ist nicht nur der sichtbare Befall entscheidend.
Auch typische Hinweise können relevant sein, beispielsweise:
- muffiger Geruch
- frisch überstrichene Wandbereiche
- Feuchtigkeitsspuren
- abplatzender Putz
- beschädigte Sockelbereiche
- auffällige Fensteranschlüsse
Bei einer Hauskaufberatung können solche Auffälligkeiten erkannt und fachlich eingeordnet werden.
Schimmel im Neubau
Auch Neubauten können Feuchteprobleme aufweisen.
Während der Bauphase wird häufig viel Wasser in Baustoffe eingebracht.
Wenn Gebäude zu früh geschlossen, nicht ausreichend getrocknet oder nicht richtig gelüftet werden, können erhöhte Feuchtigkeitswerte entstehen.
Auch Ausführungsfehler an Anschlüssen oder Abdichtungen können Probleme verursachen.
Deshalb sollte auch bei neuen Gebäuden nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass Schimmel ausgeschlossen ist.
Schimmel im Keller
Keller haben häufig andere Temperatur- und Feuchtebedingungen als Wohnräume.
Besonders im Sommer kann warme Außenluft in kühlen Kellerräumen zu Kondensation führen.
Zusätzlich können bauliche Feuchtigkeitsprobleme vorhanden sein.
Deshalb ist es wichtig zu unterscheiden, ob die Feuchtigkeit durch Raumklima, Bauteile oder eindringendes Wasser verursacht wird.
Was sollten Betroffene tun?
Wenn Schimmel sichtbar wird, sollte die Ursache möglichst früh geklärt werden.
Hilfreich ist es, Auffälligkeiten zu dokumentieren.
Dazu gehören:
- Fotos
- Datum der ersten Feststellung
- Informationen über frühere Wasserschäden
- Hinweise auf wiederkehrende Feuchtigkeit
- Veränderungen nach Lüften oder Heizen
Bei größeren oder wiederkehrenden Problemen sollte eine fachliche Begutachtung erfolgen.
Wann ist ein Bausachverständiger sinnvoll?
Eine unabhängige Begutachtung kann insbesondere sinnvoll sein, wenn:
- Schimmel wiederholt auftritt
- die Ursache unklar ist
- mehrere Räume betroffen sind
- Feuchtigkeit sichtbar ist
- ein Wasserschaden vorausgegangen ist
- bauliche Ursachen vermutet werden
- eine Immobilie gekauft werden soll
Ziel ist es, den Schaden nicht nur oberflächlich zu betrachten, sondern die Ursache möglichst nachvollziehbar einzugrenzen.
Schimmelgutachter und Bausachverständiger in München
Cesur & Kollegen unterstützt Eigentümer, Käufer und Hausverwaltungen bei der Begutachtung von Schimmel- und Feuchtigkeitsschäden in München und Umgebung.
Wir betrachten die vereinbarten und zugänglichen Bereiche, dokumentieren erkennbare Auffälligkeiten und erläutern Ihnen verständlich, welche weiteren Schritte sinnvoll sein können.
Sie haben Schimmel oder Feuchtigkeit in Ihrer Immobilie entdeckt?
Kontaktieren Sie uns und schildern Sie uns kurz Ihr Anliegen. Fotos der betroffenen Bereiche können für eine erste Einschätzung hilfreich sein.
Cesur & Kollegen – unabhängige Begutachtung und persönliche Beratung in München und Umgebung.
Telefon: 089 12003600
E-Mail: info@bau-sachverstaendiger-muenchen.de
